Hustenreiz beim Cannabis-Vaporizer: Warum & was tun – Tipps
So wie manche rauchfrei dem Tabakkonsum frönen, so setzt sich dies mittlerweile auch unter Freunden des Cannabis durch und konnte sich dort bereits eine Nische erobern. „Rauchst du noch oder dampfst du schon?“, lautet die Devise. Doch so manchen schreckt der Husten, den der Cannabis-Vaporizer verursachen kann, ab. Aber wie kann das eigentlich sein? Hören und lesen wir nicht immer wieder, dass Dampfen weniger belastend ist als Rauchen.
Wieso beschert der Vaporizer dann Husten? Tatsächlich ist der Vaporizer-Hustenreiz allem voran eine Frage der Technik. Sowohl der Technik im Vaporizer als auch der Technik der eigenen Anwendung. Und manches ist schlicht Umstellung. Gerade wenn du dir frisch das Rauchen abgewöhnst und stattdessen nur noch dampfst, ist die Entwöhnungsphase der eigentliche Hauptverursacher des Hustens.
Wodurch entsteht der Hustenreiz beim Cannabis-Vaporizer?
Husten vom Vaporizer kann, mit oder ohne THC, diverse Ursachen haben. Teilweise kann dabei anhand der Art des Hustens auf dessen Ursache geschlossen werden. Wenn dir beispielsweise dein Weed-Vaporizer einen Husten besonders trockener Art beschert, dann kann es sein, dass du dich einfach erst noch an das Dampfen gewöhnen musst und das Propylenglykol, welches sich mitunter für die Dampfbildung verantwortlich zeigt, die Schleimhäute anteilig austrocknet. Hustest du hingegen Schleim ab und hast vorher Cannabis konventionell geraucht, kann es sein, dass die Rauchentwöhnung dir noch ein kleines Abschiedsgeschenk mit auf den Weg gegeben hat, und zwar in Form der Flimmerhärchen, die sich nun wieder regenerieren können. Diese sitzen im Bronchialbereich und werden durch den ungleich aggressiveren Rauch von Zigaretten und Joints beeinträchtigt. Stellst du nun das Rauchen ein, regenerieren sich deine Flimmerhärchen wieder und fangen an, Schleim abzutransportieren (denn dazu sind sie schließlich da).
Sprich: Im Zuge der Rauchentwöhnung hättest du diesen Husten mit ziemlicher Sicherheit so oder so! Der Husten muss in dieser Situation also nicht notwendigerweise vom Vaporizer bzw. vom THC-Dampfen kommen.
Temperatur des Cannabisdampfes
Eine weitere Rolle spielt die Temperatur, mit der du das Cannabis im Vaporizer verdampfst. Die meisten Vaporizer verdampfen ihren Inhalt bei etwa 120 bis 220 Grad Celsius. Das beeinflusst nicht nur das Geschmacksprofil, sondern auch, wie viel Dampf dabei freigesetzt wird. Je heißer und je dichter der Dampf ist, umso unangenehmer kann er subjektiv empfunden werden. Insbesondere wenn du dich noch gar nicht an einen Cannabis Verdampfer gewöhnt hast, solltest du dich der Vaporizertemperatur eher von unten nähern, um deinen persönlichen „Sweet Spot“ zu finden.
Qualität des Cannabis
Entscheidend ist auch, dass dein Cannabis nicht durch Pestizide und andere Verunreinigungen beeinträchtigt wird. Doch wie kannst du hochwertiges von minderwertigem Cannabis unterscheiden? Natürlich kannst du nicht jeden Aspekt über das Cannabis allein durch persönliche Begutachtung ergründen, und dennoch gibt es einige Dinge, die Aufschluss geben sollten:
- Es sollten möglichst wenig hölzerne Anteile und vor allem nahezu keine bis gar keine Samen sichtbar sein.
- Die Farbe sollte von sattem Grün dominiert sein, wobei je nach Sorte noch einige andere Farbtöne dazukommen können. Aber grün ist immer die Hauptfarbe.
- Es sollten THC-haltige Kristalle auf den Buds erkennbar sein. Diese sollten eher von milchiger Färbung und nicht komplett durchsichtig sein.
- Beim Zerkleinern sollte das Cannabis etwas harziger und nicht zu trocken sein.
Selbstverständlich sollte das Cannabis auch nicht von Schimmel oder gar Insekten befallen sein. Während Insekten schnell ins Auge fallen, kann eine Schimmelbildung durchaus übersehen werden, solange sie noch nicht besonders dicht ist. Denn Schimmel auf Cannabis sieht oft aus wie feine weiße Spinnweben, was neben den THC-Kristallen und dichten Fasern leicht untergehen kann.
Feuchtigkeitsgehalt des Cannabis
Ähnlich wie bei Zigarren ist auch beim Cannabis das Geschmackserlebnis an die Öle in der Pflanze gebunden, ganz zu schweigen vom THC-Rausch. Und so wie eine ausgetrocknete Zigarre ungefähr nur noch so viel Genuss bietet, wie eine braune Papiertüte, so leidet auch selbst das beste Cannabis unwiederbringlich, wenn es zu sehr austrocknet. Vor allem aber kann es einen unangenehmen Husten beim Verdampfen von Cannabis hervorrufen. Daher sollte Cannabis niemals offen gelagert werden, denn gerade in den Wintermonaten kann es sonst rasch austrocknen. Meist reicht es völlig, die Buds im Zip-Lock-Beutel zu lagern, mit dem man sie typischerweise erhält.
Willst du jedoch auf Nummer sicher gehen, empfiehlt sich die Aufbewahrung in einem nicht zu groß geratenen Plastikbehälter mit gummierter Versiegelung am Deckelrand. Darin bringst du deine Buds sowie Zwei-Wege-Feuchtigkeitsregulierende Beutel unter. In diesen befindet sich eine Elektrolytlösung, die automatisch Feuchtigkeit abgibt bzw. einspeichert, um ein auf den besagten Beuteln ausgewiesenes Niveau zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Es empfehlen sich 60 bis 62 Prozent Luftfeuchtigkeit. Wenn das Behältnis ordentlich schließt, halten diese Beutel viele Monate lang.
Persönliche Empfindlichkeit und Atemwegszustand
Sollte ein Vaporizer deine Bronchien zum Husten animieren, kann dies auch an deinem persönlichen Gesundheitszustand liegen. Solltest du an Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen leiden, dann mag Dampfen zwar weniger schädlich als das Rauchen für dich sein. Aber „weniger schädlich“ bedeutet eben noch lange nicht „gut“. Möglicherweise wäre ein THC bzw. CBD-Konsum über „Edibles“ (sprich: was zum Kauen) prinzipiell besser für dich geeignet. Beachte jedoch, dass dann die Rauschwirkung ein anderes Zeitfenster hat. Sie stellt sich verzögert ein, kann dann aber auch recht unvermittelt auf den Plan treten. Außerdem braucht es ein gutes Fingerspitzengefühl beim Dosieren, damit dich dein berauschendes Mahl nicht vorzeitig ins Bett zwingt.
Was kannst du gegen den Hustenreiz beim Vaporisieren von Cannabis machen? - Tipps
Auch für die Handhabe an sich gibt es verschiedene Cannabis-Vaporizer Tipps, um eventuellen Husten zu reduzieren. So bieten die Vaporizer mit möglichst breit aufgestellter, stufenloser Verstellung von Wattzahl und Temperatur mehr Flexibilität, um Geschmacksprofil und individuelle Verträglichkeit zu justieren. Auch die Art des Cannabis-Vaporizers spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Im Folgenden wollen wir näher auf die Tipps zur Vermeidung Husten beim Cannabis-Vaporizer und dessen Handhabung eingehen.
Auswahl des richtigen Vaporizers für Cannabisprodukte
In jedem Fall profitierst du von einer präzisen Temperaturkontrolle. Hierbei gilt die Faustregel, dass niedrigere Temperaturen (um die 120 bis 140 Grad Celsius) meist am besten vertragen werden, jedoch auch mit weniger Dampfbildung einhergehen. Ferner ist zwischen Konduktions- und Konvektionsvaporizern zu unterscheiden.
Bei auf Konduktion basierenden Vaporizern wird das zu verdampfende Material direkt mit dem Heizelement in Kontakt gebracht. Dadurch sind zwar einerseits flexible Temperaturen bei starker Verdampfung möglich, jedoch besteht gerade bei festem Material, wie Weed Buds, die Möglichkeit, dass diese anteilig verbrennen. Geräte mit Konduktion bieten sich also eher für reine Liquids an.
Wesentlich besser für den Cannabiskonsum ist da ein Konvektionsvaporizer, denn dieser erhitzt das Material indirekt. Allerdings ist er etwas aufwändiger in der Handhabung und lässt sich nicht so unmittelbar regulieren, wie bei einer Konduktion. Dafür ist die Gefahr der Verbrennung fester Bestandteile praktisch ausgeschlossen. Allerdings sind Geräte mit Konvektion etwas teurer in der Anschaffung und erfordern auch mehr Wartung.
Optimale Temperatur für das Vaporisieren von Cannabisprodukten
Wo die für dich optimale Temperatur für den Cannabis-Vaporizer liegt, können wir dir nicht verraten, da dies sehr individuell ist. Allerdings gibt es ein paar Tipps mit Blick auf die Vaporizertemperatur für THC-Blüten, anhand derer du dich orientieren kannst. So beeinflussen die diversen Vaporizertemperaturen den Geschmack, die Dichte des Dampfes, die Freisetzung der Rauschsubstanzen und auch wie „leicht oder schwer“ sich der Dampf anfühlt. Somit kann also auch die Temperatur ein entscheidender Faktor für einen Hustenreiz sein. Dabei gilt ganz intuitiv: Je milder ein Dampf ausfallen soll, desto weniger Temperatur sollte im Spiel sein.
Vaporizer Temperaturen - die optimalen Grad-Einstellungen für Cannabis
An dieser Tabelle kannst du dich im Wesentlichen orientieren, um die richtige Temperatur für deinen Vaporizer zu finden:
- Niedrige Vapingtemperatur (120 bis 180 Grad Celsius):
Bei einer niedrigen Vapingtemperatur im Bereich von 120 bis 180 Grad Celsius erleben Nutzer ein angenehmes und frisches Geschmacksprofil. Der Dampf ist kühler und weniger hart, was potenziell zu weniger Husten beim Cannabis-Dampfen führt. - Mittlere Vapingtemperatur (180 bis 200 Grad Celsius):
Die mittlere Vapingtemperatur zwischen 180 und 200 Grad Celsius sorgt für einen dickeren Dampf, der ein reichhaltigeres Aroma bietet. Diese Temperaturstufe gilt für viele als der goldene Mittelweg, um ein optimales Dampferlebnis zu erzielen. - Hohe Vapingtemperatur (200 bis 220 Grad Celsius):
Bei einer hohen Vapingtemperatur von 200 bis 220 Grad Celsius wird die maximale Cannabinoid-Extraktion erreicht, was die stärksten Effekte zur Folge hat. Allerdings kann der Geschmack in diesem Temperaturbereich harscher werden und der Dampf sehr dicht sein.
Bei welcher Temperatur sollte man Hasch vapen?
Da Hasch dichter und öliger ist als getrocknete Cannabisblüten, liegen die notwendigen Temperaturen hier etwas höher. So fängt Hasch erst in Temperaturbereichen überhaupt zu verdampfen an, die bei Cannabisblüten bzw. Marihuana schon als hoch gelten können:
- Mittlere Vapingtemperatur (190 bis 210 Grad Celsius):
Bei einer mittleren Temperatur von 190 bis 210 Grad Celsius werden viele der in Cannabis enthaltenen Terpene und Cannabinoide freigesetzt. Dies führt zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Geschmack und Potenz, was ein angenehmes und effektives Dampferlebnis ermöglicht. - Hohe Vapingtemperatur (210 bis 230 Grad Celsius):
Die hohe Temperatur zwischen 210 und 230 Grad Celsius ermöglicht die maximale Cannabinoid-Extraktion und führt zu einem intensiveren Effekt. In diesem Temperaturbereich wird Hasch vollständig verdampft, allerdings kann der Geschmack etwas abnehmen.
Hier ist auch zu beachten, dass es geschmacklich große Unterschiede zwischen Haschisch und Marihuana gibt.
Bei welcher Temperatur sollte man CBD-Blüten verdampfen?
Die Vaporizertemperatur für CBD-Blüten spielt sich in einem ähnlichen Spektrum ab, wie bei THC-haltigem Cannabis, fängt jedoch erst etwas weiter oben an, Sinn zu machen (zumindest wenn es um mehr als nur den Geschmack gehen soll).
- Niedrige Vapingtemperatur (160 bis 180 Grad Celsius):
Bei einer niedrigen Temperatur von 160 bis 180 Grad Celsius werden Terpene und einige der leichter verdampfenden Cannabinoide freigesetzt. Dies führt zu einem milden Aroma und einer entspannenden Wirkung. Allerdings erfolgt bei dieser Temperatur keine vollständige Verdampfung des CBDs. - Mittlere Vapingtemperatur (180 bis 200 Grad Celsius):
Die mittlere Temperatur zwischen 180 und 200 Grad Celsius gilt als ideales Temperaturfenster für die meisten CBD-Blüten. Sie bietet vollen Geschmack sowie die therapeutischen Vorteile des CBD, was sie zu einer beliebten Wahl für viele Nutzer macht. - Hohe Vapingtemperatur (200 bis 220 Grad Celsius):
Bei einer hohen Temperatur von 200 bis 220 Grad Celsius werden alle Cannabinoide und Terpene aus den CBD-Blüten vollständig verdampft. Dies kann zu einer möglichen Intensivierung des Effekts führen, geht jedoch zulasten des Geschmacks.
Bedeutung der Qualität und Feuchtigkeit des Cannabis
Da die therapeutischen sowie freudebereitenden Substanzen im Cannabis allesamt an dessen Öle gebunden sind, macht es wenig Sinn, ein vollkommen vertrocknetes Gras verdampfen zu wollen. Da mag geschmacklich vielleicht noch was herumkommen, aber selbst damit wird es nicht zu weit her sein. Zumal es ein Garant für Husten wäre (nicht nur für Vaporizer-Anfänger). Wichtig ist daher immer, dass das Cannabis eine erkennbare, ölige Konsistenz hat – spätestens wenn du etwas davon zwischen den Fingern zerbröselst. Cannabisblüten werden, ehe sie konsumfertig sind, getrocknet und gehärtet – staubtrocken sollten sie deswegen aber nicht sein.
Atemtechniken beim Inhalieren von Cannabisdampf
Neben der eingestellten Temperatur spielt auch deine Zug- und Inhalationstechnik eine große Rolle. Wenn du beispielsweise einen sehr dichten Dampf für eine Textur und/oder den Geschmack schätzt, dabei aber zu Husten neigst, dann kannst du bewusst kleinere Züge nehmen. Dadurch wird es unter Umständen auch unnötig, die Temperatur und somit die Dichte des Dampfes zu reduzieren. Ein weiterer beliebter Kniff besteht darin, sogenanntes „Backendampfen“ zu betreiben. Du nimmst den Dampf zuerst im Mundraum auf und atmest ihn dann nur langsam ein. Dadurch hat er mehr Gelegenheit abzukühlen und du nimmst automatisch wohldosierte Züge. Außerdem intensiviert sich so auch der Geschmack!
Weitere hilfreiche Maßnahmen zur Vermeidung von Husten beim Cannabis-Vaporizer
Zu guter Letzt noch einige Tipps mit Blick darauf, wodurch Husten beim Cannabis-Vapen sonst noch bedingt sein könnte – und wann es für dich notwendig wird, eventuell genauer hinzuschauen.
Hydratation: Bedeutung von ausreichender Flüssigkeitsaufnahme
Trockene Schleimhäute verursachen einen trockenen Husten und das Dampfen entzieht den Schleimhäuten zusätzlich noch Wasser. Überprüfe also auch deine Trinkgewohnheiten (1,5 bis 2 Liter Wasser am Tag) und trinke vor allem ganz bewusst vor und nach dem Dampfgenuss jeweils ein Glas Wasser. Sollte ein trockener Husten vorliegen, kann das dein Problem bereits beheben.
Reinigung und Wartung des Vaporizers
Auch die regelmäßige Reinigung des Cannabis-Vaporizers ist wichtig, da ansonsten Ablagerungen das Erlebnis trüben könnten. Gerade bei einem Konduktionsvaporizer können Ablagerungen anteilig verbrennen. Das würde selbst geübten Dampfern den Husten in die Kehle treiben – und es wäre auch alles andere als hygienisch.
Möglichkeiten zur Linderung des Hustenreizes bei Cannabis-Dampf
Sollte dir der Husten mal etwas länger nachhängen, dann können Hausmittel, wie Kräutertees, Honig oder Lutschbonbons, zur Linderung des Halses beitragen. Ferner solltest du dir das Dampfen besser verkneifen, wenn du erkältet bist und ohnehin Husten hast.
Wann medizinischer Rat einzuholen ist
Sollte dein Husten partout nicht weggehen, auch wenn du längere Zeit nicht dampfst und deinen Husten auch keiner Erkältung oder Grippe zuschreiben kannst, dann gehe zu einem Arzt und lass das abklären. Chronischer Husten kann auf vieles hindeuten und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Insbesondere wenn er mit Schmerzen, Atembeschwerden oder blutigem Auswurf verbunden ist.
Abschluss und Zusammenfassung zum Hustenreiz beim Vaporizer
Wie du siehst, kannst du schon allein anhand der Wahl des richtigen Vaporizers sowie durch ein sukzessives Herantasten an die Temperatur und passende Zugtechnik einen Dampfgenuss erreichen, der auch ohne Husten über die Bühne geht. Bedenke jedoch, dass wenn du kürzlich mit dem Rauchen aufgehört hast und nun auf Vapen umgesattelt bist, der Husten möglicherweise einfach nur auf die Regeneration deiner Atemwege zurückzuführen ist. Insbesondere wenn deine Rauchentwöhnung noch nicht lange zurückliegt, kann dieser mitunter schleimige Husten (der im Kern ein gutes Zeichen ist), einige Wochen oder bei ehemaligen starken Tabakrauchern sogar Monate lang anhalten.
